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Tausche EFH gegen Wohnung - eine Rückschau

Tausche EFH gegen Wohnung - eine Rückschau

Zahlreiche Einfamilienhäuser aus den 1960er Jahren sind für ihre BewohnerInnen zu groß geworden. Es droht eine Leerstandsgefahr. Es stellen sich die Fragen: Welche Anreize braucht es, ein Einfamilienhaus mit einer Wohnung zu tauschen? Wie wichtig ist diese Thematik in Bezug auf die Tiroler Energieautonomie? Und ist der eigentliche Wohnbedarf gemessen an der vorhandenen Wohnfläche in den meisten Tiroler Dörfern schon gebaut?

Dieser Problematik stellten sich sechs DialogpartnerInnen in einer spannenden Gesprächsrunde.

Faktenlage
Fest steht, in den letzten 40 Jahren hat sich der Wohnflächenbedarf pro Kopf auf 44 m² pro Person verdoppelt und bis heute sind weit mehr als die Hälfte der bewilligten neuen Gebäude in Tirol Ein- und Zweifamilienhäuser. Dass sich dadurch ein Flächenstress entwickelt, versteht sich von selbst. Eine große Zunahme an Wohnnutzflächen oder ein zu großer Flächenbedarf pro Person stellt einen erheblichen Mehrverbrauch von Energie und Ressourcen dar.

Wie ist das mit dem energiepolitische Programm TIROL 2050 energieautonom zu vereinbaren? Dr.in Sigrid Thomaser, stellvertretende Geschäftsführerin von Energie Tirol erklärt: "Energieeffizienzmaßnahmen am Gebäude sind ein wichtiger Hebel in Richtung Energieautonomie und können große Einsparungen bewirken. Hier haben wir auch schon einige sehr gute, umgesetzte Beispiele in Tirol. Der erhöhte Wohnflächenbedarf frisst diese zum Teil wieder auf – in Anbetracht dieser Entwicklung gilt es also zeitnah zu agieren."

Eine Vielzahl der Einfamilienhäuser in kleinen Gemeinden und Dörfern wurde von der sogenannten "Boomergeneration", also der Nachkriegsgeneration errichtet. "Die BesitzerInnen haben meist eine emotional starke Bindung zu ihrem Lebenstraum – dem Eigenheim mit Garten. Der Respekt vor dem Eigentum ist unabdingbar", beschreibt es Mag. Ernst Schöpf, Präsident des Tiroler Gemeindeverbandes treffend. Diese Generation zu überzeugen ihr Eigenheim zu verlassen, sei nachvollziehbar schwierig. Trotzdem ist DI Ursula Faix, Architektin und Vorstandsmitglied der Kammer der ZivitechnikerInnen für Tirol und Vorarlberg überzeugt: "An erster Stelle sollte die Aktivierung und Revitalisierung des Bestandes stehen, bevor neu gebaut wird."

Arnold Hirschbühl, AltBgm. der Gemeinde Krumbach im Bregenzer Wald verdeutlicht es wie folgt: "Wir müssen geistig mobil werden". Das Konzept des Teilens sollte nicht nur im mobilen Bereich gedacht werden, sondern auch im Wohnen. Die "neue Generation" denke anders. Sie sei bereits "wohnflexibel" und übertrage den Sharing Gedanken auf diverse Bereiche. Mag. Otto Flatscher, Leiter der Abteilung Wohnbauförderung im Land Tirol sieht das vor allem bei jungen Paaren bestätigt, die von der Mietwohnung in das Eigenheim wechseln, wenn sich Nachwuchs ankündigt.
DI Andreas Lotz, Ziviltechniker für Raumplanung brachte zudem einen sehr treffenden Begriff in die Runde ein: "Es braucht Raumkümmerer", so seine Aussage, in der er auf das Projekt "ReHABITAT" von DI Julia Lindenthal vom Österreichischen Ökologie-Institut verweist. In dem Forschungsprojekt wurde untersucht, wie Einfamilienhäuser zu Mehrpersonenhäusern weiterentwickelt werden können. Auf die Frage der Ängste älterer BewohnerInnen und die Knackpunkte meint Lindenthal: "Man muss die Leute zur Selbsterkenntnis bringen". Dieser Prozess brauche allerdings Zeit und sollte beginnen, bevor die Bauleute nicht mehr mobil genug sind, sich die neue Wohnsituation selbst zu gestalten.

Best Patrice Beispiele seien entscheidend, die ältere Generation zum Nachdenken zu bewegen. Gemeinden könnten beratend zur Seite stehen, ImmobilienmaklerInnen vernetzend. Die Politik ist zudem gefragt, Gesetze und Rahmenbedingungen zugänglicher für neue Konzepte zu gestalten.
Fazit ist, Tirol steht mit diesem Thema am Anfang. Es gibt hier und da schon kleine Flammen, die flackern aber es bedarf noch vieler Bemühungen - und um Andreas Lotz noch einmal zu zitieren: "ArchitektInnen, RaumplanerInnen, Gemeinden, Politik und die Immobilienwelt müssen aus ihren ausgetretenen Pfaden herausgehen."

Download der Präsentationen
Energiedialog_Ursula Faix
Energiedialog_Julia Lindenthal
Energiedialog_Arnold Hirschbühl

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