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PV-ANLAGEN ALS GEMEINSCHAFTSKRAFTWERKE

PV-ANLAGEN ALS GEMEINSCHAFTSKRAFTWERKE

Jetzt gibt’s Lösungen fürs Mehrparteien-Haus: der Strom aus der Sonne kann nicht mehr nur für die Gemeinschaftsflächen genutzt, sondern auch an die einzelnen Wohneinheiten verteilt und verrechnet werden.

2017 war es endlich soweit: Durch die Novellierung des Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetzes wurden PV-Anlagen auf Mehrparteienhäusern gesetzlich neu geregelt. Energie Tirol initiierte daraufhin das erste Tiroler Modellprojekt für den privaten Bereich und liefert nun eine österreichweit einzigartige Vorlage für die vertragliche Abwicklung zwischen privaten AnlagenbetreiberInnen und MieterInnen.
"Wir machen jeden Tag viele konkrete Schritte in Richtung TIROL 2050 energieautonom. Mit dem Modellprojekt für PV-Anlagen in Mehrparteienhäusern haben wir nach dem Solarkataster ‚Tirol Solar‘ einmal mehr eine  wichtige Grundlage für den weiteren Ausbau der Photovoltaik geschaffen und österreichweit eine Vorreiterrolle eingenommen",  freut sich LHStv Josef Geisler, Obmann der Energie Tirol und bekräftigt: "Gemeinsam können wir das große Ziel der Energieautonomie erreichen."

Energie Tirol hat gemeinsam mit weiteren Partnern im letzten Jahr das 5-Parteien-Haus der Familie Kühebacher in Rum erfolgreich bis zur Inbetriebnahme der PV-Gemeinschaftsanlage begleitet. Aufbauend auf die Erfahrungen am Pilotobjekt sollen künftig auch weitere Interessierte angeregt werden, Vorhaben von PV-Anlagen auf Mehrparteienhäusern in die Tat umzusetzen. "Wir sind uns bewusst, dass der Ausbau von PV-Anlagen auf Mehrparteienhäusern für viele HausbesitzerInnen rechtliches Neuland ist und mit einigen speziellen Herausforderungen verbunden ist", weiß der zuständige Planer des Projekts Andreas Hinterseer, der die PV-Anlage gemeinsam mit Michael Anker von Strom vom Dach umgesetzt hat. Die Herausforderungen beziehen sich insbesondere auf die vertragliche Einbeziehung und Absicherung aller Beteiligten, seien es Hausverwaltung, WohnungseigentümerInnen oder MieterInnen. Dennoch war Familie Kühebacher aus Rum, mit ihrem 5-Parteien-Haus für das Projekt zu begeistern: "Wir hatten schon länger überlegt eine PV-Anlage am Haus zu installieren, die Konditionen waren bisher aber wenig attraktiv für eine gemeinschaftliche Anlage. Die neue Gesetzeslage und die Vorstellung ‚die Ersten‘ in Tirol zu sein, hat uns dann doch motiviert uns darauf einzulassen", erzählen die Kühebachers mit berechtigtem Stolz.

Gemeinschaftsanlage bedarf gemeinsamer Projektgruppe
Begleitet wurde Familie Kühebacher durch eine breit aufgestellte Projektgruppe, bestehend aus Vertretern vom Ingenieurbüro Andreas Hinterseer, ATB Becker, AWZ Rechtsanwaltskanzlei, Tinetz, Fiegl & Spielberger, dem Technischen Büro Wolfgang Kreuzer, sowie dem Land Tirol und Energie Tirol. Aus dem Prozess konnten alle Beteiligten grundlegende Erkenntnisse für die weitere Beratung in Sachen PV-Anlagen an Mehrparteienhäusern erlangen. "Mit dieser Anlage konnten wir ein tirolweit bis dato einzigartiges Projekt abschließen, welches fundierte Erfahrungswerte hinsichtlich der praktischen, vor allem aber auch rechtlichen Umsetzung liefert", so dazu DI Bruno Oberhuber, Geschäftsführer von Energie Tirol.

Sharing is Caring: Vertragsvorlage für alle verwendbar
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Musterverträge zwischen Netzbetreibern und AnlagenbetreiberInnen wurden seit der Novellierung des Gesetzes bereits mehrfach erarbeitet. Vertragsgrundlagen zwischen privaten AnlagenbetreiberInnen und MieterInnen waren hingegen auch im Laufe des Jahres 2018 nicht verfügbar. Das ändert sich jetzt durch unser Projekt", freut sich Rechtsanwalt Dr. Eduard Wallnöfer, der das Projekt mitbegleitet hat. Das erlangte Know-How floss nämlich in eine unverbindliche Vertragsvorlage für künftige Projekte ähnlicher Art ein, die im Wesentlichen Vorschläge für die notwendigen energierechtlichen Mindeststandards zur vertraglichen Umsetzung von derartigen PV-Gemeinschaftsanlagen enthält (u.a. erforderliche anlagenseitige Strukturierung, die Aufteilung der Energie nach tatsächlichem physikalischen Bezug, Verteilung von Errichtungs- und Instandhaltungskosten).

Mehr als eine PV-Anlage
Von den BewohnerInnen des Hauses wird die neue Infrastruktur ebenso positiv angenommen. "Immerhin bekommen wir einen Großteil unseres Stromverbrauchs jetzt vom eigenen Dach aus gedeckt, ohne selbst Geld investieren zu müssen", erzählen Lea, Adam und Nikolas aus der Wohngemeinschaft im Erdgeschoß. "Wir freuen uns, dass wir jetzt sauberen Strom aus Sonnenenergie beziehen können", so Barbara Steiner, eine weitere Mieterin. In dem Haus, das über eine Luftwärmepumpe versorgt wird, wurden neben der PV-Anlage und einem Stromspeicher auch eine E-Ladestation und eine Komfort-Lüftungsanlage errichtet, die erheblich zur Wohnqualität und -attraktivität beitragen.

Weiterführende Links:
Die Vertragsvorlage ist unter www.pv-gemeinschaft.at/mustervertraege zu finden.
Weiterführende Informationen zu PV-Gemeinschaftsanlagen finden Sie hier.

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