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ENERGIE TIROL
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Die Energiewende ist weiblich - Energie Tirol zeigt Frauenpower

Der Energiesektor in Tirol, Europa und der ganzen Welt befindet sich im Umbruch. Neue Technologien, Geschäftsmodelle und ein gesellschaftlicher Wandel fordern das Bestehende heraus und zwingen uns schneller, flexibler und ganzheitlicher zu denken und zu handeln. Wer bei der Energiewende vorne mitspielen will, braucht also neue Ideen, neue Strukturen und vor allem auch neue Akteure - und viel mehr Akteurinnen in den entsprechenden Positionen. Denn: Energiewende ist Transformation.

Transformation bedarf Vielfalt. Vielfalt an Ideen, Maßnahmen und Geschlechtern.
Aktuell werden Führungspositionen im Energiesektor vorwiegend mit Männern besetzt. Dass Branchen mit geringer Geschlechtervielfalt weniger offen für neue Ideen und Entwicklungen sind, ist kein Geheimnis. Diesem Thema hat sich Energie Tirol im Rahmen einer Veranstaltung mit dem Titel "Die Energiewende ist weiblich" angenommen. Angenehme Abwechslung: Das Podium bestand vollständig aus Frauen - solchen, die schon heute im Bereich der Energiewende aktiv sind.

"Frauen und Technik - ein Spruch, den sich wohl jede von uns schon einmal anhören musste. Dass Männern automatisch hohe technische Kompetenz zugeschrieben wird, während Frauen erst einmal technisches Verständnis beweisen müssen, ist leider auch heute noch so. Dies führt mitunter dazu, dass der Frauenanteil in technischen Ausbildungen und Berufen weiterhin gering ist. Veranstaltungen wie diese zeigen, dass Energiewende sehr wohl auch Frauensache ist. Die Expertinnen müssen viel öfter vor den Vorhang geholt werden, damit sie ihre Vorbildfunktion einnehmen und zahlreiche Nachahmerinnen gewinnen können", ist LHStvin Ingrid Felipe überzeugt.

Tirol will bis 2050 energieautonom werden. Dazu muss vor allem in den Bereichen Gebäude, Mobilität und Industrie angesetzt werden. Lösungsvorschläge gab es von Christina Krimbacher, die aus ihrer Erfahrung als Baumeisterin über Vorstellung und Wirklichkeit von energieeffizientem und ökologischem Bauen berichtete. Henriette Spyra, Leiterin der Stabstelle Mobilitätswende & Dekarbonisierung im BMVIT hingegen vermittelte die wichtigsten Zahlen aus dem Mobilitätsbereich und zeigte so die Herausforderungen und Chancen für Österreich und Tirol auf. Die stv. Generalsekretärin der ÖGUT, Inge Schrattenecker schloss den ersten Teil der Veranstaltung mit einem Vortrag zu Green Financing als Chance für nachhaltige Immobilien- und Energieprojekte ab.

"Der Anteil von Frauen im Erneuerbaren Energiesektor ist mit weltweit 32 % zwar höher als in der Öl- und Gasindustrie, wo er bei 22 % liegt. Nichtsdestotrotz sind wir von einer Gleichstellung noch weit entfernt - das liegt vielleicht auch daran, dass nur 40 Prozent der Männer glauben, dass Frauen in diesem Bereich mit Einstiegsbarrieren zu kämpfen haben. Umso wichtiger ist es, dass sich Frauen vernetzen und gegenseitig stärken", so Christine Lins, Mitbegründerin des globalen Frauennetzwerks für die Energiewende (GWNET).

In einer sogenannten Fish Bowl, also einer Art Podiumsdiskussion, die um einen freien Platz für das Publikum erweitert wird, zeigte sich klar, dass das Thema für viel Gesprächsstoff sorgt. Frauenlandesrätin Gabriele Fischer erzählte dabei auch aus ihren eigenen Erfahrungen als Frau in einem technischen Studium und zeigt sich überzeugt: "Es gibt gleich mehrere Gründe, warum sich Frauen vermehrt in den Energiesektor einbringen sollten. Ob in Planung, Entwicklung, Energiemanagement, aber auch Fertigung, Anlagenbetrieb oder -überwachung: Erneuerbare Energien sind eine Branche mit guten Berufsaussichten, die Frauen für sich nutzen können. Zudem zeigen die Zahlen, dass Frauen sich oft für Berufe mit gesellschaftlichem Nutzen entscheiden und gerade die Energiewende ist von großer gesellschaftlicher Relevanz. Letztendlich profitiert die gesamte Energiebranche von einem höheren Frauenanteil. Frauen sind kommunikativ und motiviert, haben innovative Ideen und gemeinsam können sie für die Branche viel erreichen."

Solange Frauenpower als Energiequelle unterbewertet ist, bin ich Feministin
Im Rahmen der Veranstaltung hat Energie Tirol zudem das Projekt SOLANGE von Katharina Cibulka und ihrem Team gefördert. Auf einer Baustelle der Alpenländischen in Wörgl entsteht gerade eine äußerst energieeffiziente Wohnanlage. Dort ist ab sofort ein für Cibulka klassisches Staubschutznetz zu sehen, auf dem in pink gestickt der Satz steht: Solange Frauenpower als Energiequelle unterbewertet ist, bin ich Feministin. Die Künstlerin erklärt die Aussage so: "Die Energiequelle Frauenpower wird nicht so eingesetzt, wie es - auch in ökonomischer Hinsicht - sinnvoll wäre: Frauen und Männer sollten auf allen beruflichen und gesellschaftlich-politischen Ebenen gleichermaßen vertreten sein und ihre Potentiale entfalten können. Job-Splitting sollte auch in Führungspositionen eine Selbstverständlichkeit sein. In Österreich liegen die Gehaltsunterschiede bei gleicher Qualifikation und Erfahrung zwischen Frauen und Männern immer noch in Bereichen zwischen 20 und 30 %. Frauenpower muss endlich den selben Wert wie Manpower bekommen." Nicht mehr, nicht weniger.
Sigrid Thomaser, stellv. Geschäftsführerin von Energie Tirol freut sich über die Kooperation, auch mit dem gemeinnützigen Wohnbauträger, der die Fläche zur Verfügung gestellt hat: "Mit dieser Aktion wollen wir das Thema Frauen in der Energiebranche unübersehbar nach außen tragen. SOLANGE war hier der ideale Projektpartner, um den öffentlichen Raum richtig zu bespielen. Mit der Alpenländischen pflegen wir seit langem enge Kontakte, nehmen sie mit ihren äußerst energieeffizienten Gebäuden doch eine wichtige Vorbildfunktion ein und leisten einen bedeutenden Beitrag zu TIROL 2050 energieautonom. Das hat sich durch diese Kooperation einmal mehr bestätigt."

Über das Projekt SOLANGE
Mit Kabelbinder und Tüll bestickte Staubschutznetze werden österreichweit auf Baustellen montiert. Die großformatigen, im traditionellen Kreuzstich eingestickten Botschaften verdeutlichen die anhaltende Notwendigkeit feministischer Forderungen. Die Themenbereiche für die Slogans wurden aus zahlreichen Gesprächen mit Frauen und Männern rund um das Thema Feminismus entwickelt. Im Fokus steht das Hinterfragen aktueller gesellschaftlicher Machtstrukturen.
Bislang wurden in Österreich fünf Baustellenverhüllungen realisiert. Eine Ausweitung des Projektes auf andere europäische Länder ist in Planung.

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