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Auf dem Weg zu klimaaktiv GOLD

klimaaktiv GOLD lautet das hohe Ziel der Diözese Innsbruck für das Bildungshaus St. Michael.

klimaaktiv ist die Initiative des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt- und Wasserwirtschaft für aktiven Klimaschutz und ist Teil der Österreichischen Klimastrategie. Der klimaaktiv Gebäudestandard ist ein österreichweites, neutrales und transparentes Qualitätszeichen für eine nachhaltige, klimaschonende Bauweise.
Seit 2008 wurden in Tirol bereits über 150 Gebäude deklariert.

Zur Erreichung von klimaaktiv GOLD liegt der Schlüssel in der Baustoff- und Materialauswahl, aber auch in der Konstruktion des Gebäudes. Schon in der Ausschreibung sollten verschiedenste Faktoren berücksichtigt werden – beispielsweise die Ökobilanz der einzelnen Produkte.

Die richtige Begleitung – DI Christina Krimbacher
Dass die hohen Qualitätsansprüche erfüllt werden können, dafür sorgt beim Bau des Bildungshaus St. Michael DI Christina Krimbacher. Die Tiroler Planerin sagt von sich selbst: "Ich arbeite am liebsten mit Menschen, denen neben ihren eigenen Wünschen auch ihre Umwelt und die Nachhaltigkeit ihres Gebäudes echte Anliegen sind." Da hat sie mit der Diözese Innsbruck den perfekten Partner gefunden.

Im Gespräch erzählt sie uns wo ihre Leidenschaft für nachhaltiges Bauen herkommt und welche Rolle die Ökologie beim Bau des Bildungshaus St. Michael in Pfons spielt.

Vor nun fast schon 20 Jahren schloss Christina Krimbacher ihr Architekturstudium an der Universität Innsbruck ab. Im Rahmen ihrer Diplomarbeit beschäftigte sie sich mit der Holz- und Passivhausbauweise. "Als ich 1999 entschied eine Diplomarbeit am Holzbauinstitut zu schreiben, war das weder "chic" noch üblich. Im Gegenteil, viele meiner KollegInnen haben damals die Nase gerümpft und sich gefragt "ist sie jetzt von allen guten Geistern verlassen…".

Schon drei Jahre später kam jedoch die Bestätigung, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. "Ich habe die tolle Chance bekommen, mein erstes Gebäude als Passivhaus in Holzbauweise zu realisieren. Das hat meine weitere Entwicklung sicher stark geprägt."
Nach und nach begann Krimbacher sich auch mit ökologischen Ansätzen, der Bauchemie und Schadstoffen zu beschäftigen und machte sich auf die Suche nach guten Alternativen. "Mich hat immer geärgert, was am Bau an Schadstoffen völlig legal verarbeitet werden darf." Das Bewusstsein über gesundheitliche Risiken für VerarbeiterInnen und künftige NutzerInnen sei noch viel zu gering.

Das erarbeitete Know-How im Bereich der Bauchemie und Materialauswahl wendet die planende Baumeisterin auf zwei Arten an: "Erstens bei meinen eigenen Planungsprojekten und zweitens bei großvolumigen Bauten, wo ich das gesamte Planungsteam, sowie später die ausführenden Firmen im Rahmen einer ökologischen Zusatzplanung begleite. Das klimaaktiv-Programm bietet dafür den perfekten Rahmen."

Das Bildungshaus St. Michael als ökologische Oase
So eine ökologische Zusatzplanung macht sie auch beim Bildungshaus St. Michael in Pfons. "Gerade bei so großen Gebäuden ist die Materialwahl überaus wichtig, weil unglaubliche Mengen verschiedenster Baustoffe zum Einsatz kommen". Krimbacher denkt dabei an das langfristige Wohlbefinden aller Beteiligten – von der Bauphase über die Nutzung bis hin zu indirekten Auswirkungen für die Umwelt. "Auf so einer Baustelle arbeiten hunderte Personen und sorgen dafür, dass alles fristgerecht und richtig umgesetzt wird. Im Gegenzug sollte garantiert sein, dass die Materialien mit denen sie arbeiten keine negativen Auswirkungen auf ihre Gesundheit haben – dasselbe gilt für die NutzerInnen. Zu guter Letzt soll das Gebäude lange Bestand haben, Materialentscheidungen sind also auch für die Umwelt über einen sehr langen Zeitraum relevant."

Trotz langjähriger Erfahrung ist Krimbacher immer wieder erstaunt über die Vielfalt an unterschiedlichen Materialien, die bei größeren Projekten zum Einsatz kommen. "Im konkreten Fall des Bildungshaus St. Michael wurden 250 verschiedene Chemikalien geprüft und schadstoffoptimiert – und da sind die gewöhnlichen Hauptbaustoffe wie Beton, Holz, Stahl etc. noch gar nicht mitgezählt."

"Die Arbeit mit der Diözese beim Bildungshaus in Pfons macht mir sehr große Freude. Es vereint wirklich alle Planungsgrundsätze, die ich auch bei meinen eigenen Projekten zu verwirklichen versuche. Neben der ökologisch bedachten Materialauswahl, dem Einsatz natürlicher Oberflächen wie Holz im Innen- und Außenbereich und der Einhaltung der Passivhausqualität haben die Architekten diese große Gebäudekubatur zudem wunderschön in die Landschaft integriert. Dieses Projekt ist für die eigene Planungsarbeit Inspiration und Vorbild."

Integrale Planung
Krimbacher weiß zu schätzen, dass sie schon relativ früh in das Projekt miteinbezogen wurde. So konnte sie konkrete Materialvorschläge und Anregungen in die Planung und Ausschreibung einbringen. "Auf der Baustelle bin ich nun für die Überprüfung der vereinbarten Ausführungen zuständig. Das macht einerseits Spaß, weil man bei jedem Besuch den Fortschritt der Arbeiten beobachten kann. Gleichzeitig bietet es auch immer gute Gelegenheiten sich mit den HandwerkerInnen auszutauschen und Feedback über die gewählten Materialien einzuholen. Nur weil etwas in der Theorie gut klingt, muss es noch lange nicht für die Baustellenrealität praktikabel sein. Nur was positiv beurteilt wird, übernehme ich dann auch für weitere Projekte."

Mit Frauenpower zum Erfolg
Die Arbeit von Christina Krimbacher endet mit Bauschluss, für die Diözese Innsbruck folgen aber weitere Schritte. Beim Bildungshaus St. Michael handelt es sich um ein Hotel- und Seminarhaus. Auch nach Fertigstellung, sprich im laufenden Betrieb, setzt die Diözese auf Ökologie und Nachhaltigkeit. "Dies erfolgt im Rahmen des österreichen Umweltzeichens für Hotels.  Auch hier werden die Betreiber nicht alleine gelassen", weiß Krimbacher. Die Begleitung und Zertifizierung wird von Mag. Brigitte Tassenbacher, MSc durchgeführt. "Sie verfügt über jahrelange Erfahrung im Bereich nachhaltige Betriebsführung und Energieberatung. Die ausgebildete Mikrobiologin und Umwelttechnikerin optimiert Solaranlagen genauso wie den Einkauf regionaler Lebensmittel."

Die beiden Technikerinnen sind in engem Austausch und setzen sich gemeinsam dafür ein, das Bildungshaus St. Michael so ökologisch wie möglich zu bauen und zu führen.

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