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Bildungshaus St. Michael in Pfons

Bis zum Jahr 2050 will Tirol seinen Energiebedarf selbst decken – durch die Halbierung des Energieverbrauchs, sowie eine Steigerung des Anteils an erneuerbaren Energieträgern. Über 40 Prozent des gesamten Tiroler Energiebedarfs wenden wir für unsere Gebäude auf. Es gibt also viel Potenzial zur Verbesserung und die Möglichkeit den CO2-Ausstoß zu senken.

Die Diözese Innsbruck geht bereits mit dem guten Beispiel eines umweltbewussten und nachhaltigen Lebensstils voran. All ihre Gebäude sollen früher oder später wenig an Energie verbrauchen, eine geringe Menge an CO2 ausstoßen, einen hohen Anteil an erneuerbaren Energien verwenden und ökologische Materialien aufweisen.

Der Neubau des Bildungshaus St. Michael ist ein Paradebeispiel für das Tiroler Haus der Zukunft - ein hochwertiges, energieeffizientes Gebäude, das einen wichtigen Beitrag zur Energieautonomie Tirols leistet. Wir möchten es in der Bauphase begleiten und werden euch hier regelmäßig am Projekt beteiligte Personen und ihre Überzeugungen vorstellen.

Unser gemeinsames Haus

Laudato si‘ ist die zweite Enzyklika von Papst Franziskus. Die Verlautbarung mit dem Titel "Über die Sorge für das gemeinsame Haus" befasst sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Umwelt- und Klimaschutz und der damit verbundenen Erschöpfung der natürlichen Ressourcen. In seinem Text äußert sich der Papst klar zur Abkehr von Öl, Kohle und Gas und dem notwendigen Ausbau erneuerbarer Energieträger:
"Der Klimawandel ist ein globales Problem mit schwerwiegenden Umwelt-Aspekten und ernsten sozialen, wirtschaftlichen, distributiven und politischen Dimensionen; sie stellt eine der wichtigsten aktuellen Herausforderungen an die Menschheit dar. […] Darum ist es dringend geboten, politische Programme zu entwickeln, um in den kommenden Jahren den Ausstoß von Kohlendioxid und anderen stark verunreinigenden Gasen drastisch zu reduzieren, zum Beispiel indem man den Gebrauch von fossilen Brennstoffen ersetzt und Quellen erneuerbarer Energie entwickelt" (Enzyklika Laudato si‘ Nr. 25 und 26).

Auch die Diözese Innsbruck möchte mit dem guten Beispiel eines umweltbewussten und nachhaltigen Lebensstils vorangehen. Der Abteilungsleiter des Bischöflichen Bauamts, Ing. Klaus Lechner, sieht die Diözese Innsbruck in einer klaren Vorbildwirkung vor allem wenn es um das ökologische Bauen und Sanieren geht: "Wir bewegen uns in einer Nische, haben aber gleichzeitig viel Handlungsspielraum. Wir haben die Möglichkeit in unseren Vorhaben innovative und neue Lösungsansätze auszuprobieren – das fordert unsere Planer immer wieder aufs Neue, am Ende sind aber immer alle bemüht eine Lösung zu finden."

Bei der Neuerrichtung des Bildungshauses St. Michael in Pfons im Wipptal kommt diese Einstellung klar zum Vorschein. Der energieeffiziente Neubau verzichtet vollständig auf fossile Energieträger und soll mit einer innovativen, zweistufigen Luftwärmepumpe beheizt werden. Zudem wird auf den nachwachsenden Rohstoff Holz gesetzt und für die Dämmung Steinwolle verwendet. Zudem gibt es das Bestreben den klimaaktiv-Gebäudestandard in der höchsten Qualitätsstufe Gold zu erreichen. Für die Holzbauweise habe man sich aus verschiedenen Gründen entschieden. "Preis und Qualität sind natürlich wichtige Aspekte beim Bauen. Bei uns steht aber auch der Gesichtspunkt der Regionalität immer im Vordergrund der Vorgabekriterien", erklärt Lechner. Die Diözese Innsbruck trägt so einerseits zur Wertschöpfung in Tirol bei und zeigt gleichzeitig große Wertschätzung für lokale Ressourcen. Die Verwendung von Holz habe neben der Ökologie aber auch einen weiteren Vorteil: "Das Großprojekt St. Michael muss in kürzester Zeit umgesetzt werden, um den Betrieb so wenig wie möglich einzuschränken – da ist der hohe Vorfertigungsgrad von Holzbauten natürlich dienlich."

Den Neubau des Bildungshauses beschreibt Lechner als große Teamleistung, in die verschiedene Akteure und langjährige Partner involviert sind. Die Architekten des teamk2 bringen Kernkompetenzen in der Planung und dem Bau des energieeffizienten und nachhaltigen Holzbaus mit. Alpsolar Klimadesign erstellt ein ausgeklügeltes Haustechnikonzept und DI Christina Krimbacher bietet Unterstützung für die Einreichung bei klimaaktiv. Das Team arbeite laut Lechner auch deshalb so gut zusammen, weil neben dem nötigen Wissen rund um energieeffizientes Bauen, auch bei allen Beteiligten ein Bewusstsein für die Thematik bestehe - und dieses nicht wie in vielen anderen Fällen hinten nachhinke. "Das Bildunghaus muss verschiedenste Anforderungen erfüllen und das über Jahrzehnte hinweg. Um einen reibungslosen Betrieb zu garantieren, wurden alle MitarbeiterInnen, von der Geschäftsführerin bis zur Reinigungskraft, in den Prozess der Planung und Materialwahl miteinbezogen." Zudem sei es wichtig über den Lebenszyklus des Gebäudes hinaus zu denken. "Wie kann eine Umnutzung aussehen, welche Baustoffe können bei einem eventuellen Abbruch recycelt werden? Das sind Fragen, mit denen sich jeder Bauherr beschäftigen sollte", ist Lechner überzeugt. Eine Haltung von "nach mir die Sintflut" sei nicht mehr zeitgemäß.

Laut Lechner will sich die Diözese Innsbruck mit all ihren Gebäuden am oberen Level des Machbaren bewegen. "Das hat einerseits einen historischen Hintergrund, geht aber auch auf persönliche Überzeugungen zurück. Die Tradition des kirchlichen Bauens im Sakralbereich war schon immer geprägt von einem hohen ästhetischen aber auch technisch und statischem Qualitätsanspruch. Gleichzeitig ist es mir und meinem Team ein persönliches Anliegen neben den ökonomischen auch auf ökologische Kriterien zu achten."

Alle Visualisierungen von teamk2 [architects] - ©die pixelstube, alle Fotos von David Schreyer.

Stand Baustelle März 2017:

Alle Visualisierungen von teamk2 [architects] - ©die pixelstube, alle Fotos von David Schreyer.

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